Welches Tarifmodell passt zu Ihrem Verbrauch?
Vom einfachen Festpreis für den Privathaushalt bis zur registrierenden Leistungsmessung für Großverbraucher — wir erklären die wichtigsten Modelle und worauf es bei der Wahl ankommt.
Festpreis oder Indexpreis?
Die gängigste Unterscheidung bei Strom- und Gasverträgen — relevant für Privathaushalte ebenso wie für kleinere Unternehmen.
Preisstabilität über die Laufzeit
Der Preis pro kWh bleibt für die gesamte Vertragslaufzeit (meist 12–36 Monate) gleich, unabhängig von Marktschwankungen.
- Planbare, gleichbleibende Kosten
- Kein Risiko durch steigende Marktpreise
- Keine Chance auf kurzfristig sinkende Preise
Preis folgt dem Markt
Der Preis orientiert sich an der Strom- bzw. Gasbörse und wird monatlich oder quartalsweise angepasst.
- Chance auf niedrigere Preise bei sinkendem Markt
- Risiko bei steigenden Marktpreisen
- Geringere Planbarkeit als beim Festpreis
SLP oder RLM — der Unterschied.
Neben dem Preismodell entscheidet auch die Messstruktur, welche Tarife für Sie überhaupt in Frage kommen. Das betrifft vor allem Unternehmen mit höherem Verbrauch.
Für Haushalte & die meisten Unternehmen
Ihr Verbrauch wird nicht in Echtzeit gemessen, sondern anhand eines statistischen Lastprofils über das Jahr verteilt geschätzt. Abgerechnet wird einmal jährlich über den tatsächlichen Zählerstand.
- Gilt für die meisten Privat- und Gewerbekunden
- I. d. R. bis ca. 100.000 kWh/Jahr Stromverbrauch
- Einfache, jährliche Abrechnung
Für Großverbraucher
Ihr Verbrauch wird viertelstündlich erfasst und an den Netzbetreiber übermittelt. Das ermöglicht individuellere, oft spotmarktnähere Beschaffungsstrategien.
- I. d. R. ab ca. 100.000 kWh/Jahr Strom oder hoher Leistungsspitze
- Eigener Bilanzkreis, meist vom Lieferanten verwaltet
- Mehr Tarifoptionen, aber auch mehr Komplexität
Den genauen Schwellenwert und die Messstruktur legt im Einzelfall der zuständige Netzbetreiber fest — er kann je nach Region leicht variieren. Wir prüfen für Sie verbindlich, ob Ihr Betrieb als SLP- oder RLM-Kunde eingestuft ist.
Welches Modell passt zu Ihnen?
SLP + Festpreis
Die übliche Kombination: planbare Kosten, jährliche Abrechnung, keine Überwachung der Messdaten nötig.
SLP + Festpreis oder Indexpreis
Je nach Risikobereitschaft eine feste oder marktorientierte Preisbindung — meist noch ohne RLM-Pflicht.
RLM + individuelle Beschaffung
Festpreisanteile kombiniert mit spotmarktnahen Tranchen, abgestimmt auf Lastgang und Risikoprofil.
Fragen zu SLP, RLM und Preismodellen.
Wie erkenne ich, ob ich SLP- oder RLM-Kunde bin?
Den Status sehen Sie in der Regel auf Ihrer Stromrechnung oder erfahren ihn direkt vom zuständigen Netzbetreiber. Im Rahmen unserer Beratung prüfen wir das für Sie.
Was bedeutet "Bilanzkreis"?
Ein Bilanzkreis ist die Abrechnungseinheit, über die Energieerzeugung und -verbrauch ausgeglichen werden. RLM-Kunden sind einem Bilanzkreis zugeordnet, dessen Mengenabwicklung meist der Energielieferant übernimmt.
Kann ich freiwillig von SLP zu RLM wechseln?
In der Regel nicht. Die Einstufung erfolgt automatisch durch den Netzbetreiber, sobald der Verbrauch dauerhaft über dem maßgeblichen Schwellenwert liegt.
Ist RLM grundsätzlich teurer als SLP?
Nicht zwingend. RLM-Tarife sind oft enger an die Strombörse gekoppelt, was je nach Marktlage günstiger oder teurer ausfallen kann als ein klassischer SLP-Festpreistarif. Wir vergleichen das für Ihren konkreten Fall.
Welches Modell empfehlt B&U Solutions?
Das hängt von Verbrauch, Risikobereitschaft und Planungshorizont ab. Wir geben keine pauschale Empfehlung, sondern rechnen anhand Ihrer Daten konkret durch, welches Modell für Sie wirtschaftlich sinnvoll ist.
Unsicher, welches Modell passt?
Schicken Sie uns Ihre Verbrauchsdaten — wir ordnen Ihren Fall ein und zeigen passende Optionen auf.